Glaubenslexikon

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen. 


Im Glaubensbekenntnis (Credo – Ich glaube) sind die wesentlichsten Glaubenswahrheiten des Christentums zusammengefasst. Das Glaubensbekenntnis entstand, um sich des eigenen Glaubens zu vergewissern und sich von den Irrlehren damaliger Zeiten abzugrenzen. In der Alten Kirche wurde der Text des Glaubensbekenntnisses als Vorbereitung auf die Taufe überreicht. Auch heute steht das Credo noch in Zusammenhang mit der Taufe.

Vater, Sohn, Heiliger Geist
Im Credo werden nacheinander die drei Personen Gottes angesprochen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das führt manchmal zu Verwirrung: Glauben wir denn nun an einen Gott, oder doch an drei? Die Antwort ist zwar leicht aufzuschreiben, aber nicht leicht vorstellbar: Wir glauben an einen Gott in drei Personen (Trinität). Gott ist nicht einsam, allein, isoliert, sondern er ist selbst vollkommene Gemeinschaft und Liebe. Der Vater, der liebt – Der Sohn, der geliebt wird – der Heilige Geist, der die Liebe ist.

Gott Vater

Wir verehren Gott als den Vater, weil er alles Geschaffen hat. Jesus hat uns zudem gesagt, dass wir als seine Geschöpfe und Kinder ihn so nennen dürfen. Doch auch schon vor Jesus sprach man in Israel Gott als den Vater an (Dtn 32,6 / Mal 2,10) und schrieb ihm auch mütterliche Eigenschaften zu (Jes 66,13). Vater und Mutter sind Symbol für Liebe Geborgenheit und Fürsorge. Dabei darf man nicht vergessen, dass Gott alle menschlichen Bilder und Vorstellungen bei weitem übertrifft.

Gott Sohn
Jesus war wahrer Mensch. Doch wenn er nur das gewesen wäre, wie hätte er dann alle Menschen erlösen sollen? Dann wäre nur er erlöst worden und wir wären weiterhin auf uns gestellt.
Also muss Jesus Gott gewesen sein. Doch wäre er nur Gott gewesen, wie hätte er uns Menschen erreichen wollen? Dann hätte er uns zwar ein Beispiel vorgelebt, doch im Kreuz hätte Gott nur sich selbst erlöst.
Eines der Geheimnisse unseres Glaubens begegnet uns in Jesus Christus, der Ganz Mensch und ganz Gott war. Eine der drei Personen und doch einer von uns, um uns ein für alle Mal zu erlösen.

Gott Heiliger Geist
Der Heilige Geist erscheint uns als etwas sehr abstraktes, weil er viel weniger vorstellbar ist, als Vater und Sohn. In der Kunst wird er oft auf eine Taube reduziert, die über Vater und Sohn schwebt. Dennoch ist er als Person gleichberechtigt. Doch was ist er?
Der Heilige Geist ist dort, wo wir Gott in uns und dem Nächsten spüren. Er ist die tiefe Freude, innerer Frieden und Freiheit, die wir aus dem Glauben schöpfen können. Der Heilige Geist ist schwer vorstellbar, aber spürbar.

Geboren von der Jungfrau Maria
In Jesus Christus macht Gott einen Neuanfang. Daher ist Maria die menschliche Mutter Jesu, doch Gott selbst der Vater, keine irdische Kraft. Auch wenn die Kirche wegen des Glaubens an die Jungfräulichkeit Mariens bereits viel Spott erntete, hält sie daran fest, dass es sich um eine reale und nicht nur symbolische Jungfräulichkeit handelt.

Gekreuzigt, gestorben und begraben
Jesus war provokativ für die Juden seiner Zeit. Er hat Sünden vergeben, was ein Gott allein vorbehalten war, er relativierte das Gebot am Sabbat zu ruhen und wurde als falscher Prophet beschimpft. Das damalige Gesetz forderte für derlei Vergehen die Todesstrafe. Schließlich wurde ihm der Prozess gemacht.
Der Tod Jesu ist dennoch nicht ein tragisches Unglück. Jesus wusste, dass er sterben würde. Dreimal kündigt er es an. Gott opfert seinen Sohn aus Liebe zu uns Menschen. Er vollzieht ein „Tauschgeschäft“. Weil Jesus für uns gestorben ist, können wir unseren Tod gegen sein Leben tauschen.
Am Kreuz ist Jesus wirklich gestorben und wurde dann begraben. Dann erschien er den Jüngern. Auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Auferstehung Jesu gibt, glauben wir den Zeugnissen derer, die ihn sahen.

Aufgefahren in den Himmel

In Jesus ist einer von uns bei Gott. Nachdem die Jünger zum Glauben an die Auferstehung gekommen sind, geht Jesus, ganz Gott und ganz Mensch, in die Herrlichkeit Gottes ein. Himmelfahrt bedeutet also, dass Jesus auf Erden nicht mehr sichtbar ist, aber dennoch gegenwärtig.

Ich glaube … die heilige katholische Kirche
Das Wort Kirche heißt im griechischen „ekklesio“ = die Herausgerufenen. Als Getaufte gehören wir zu Gott und werden von ihm gerufen seinen Weg zu gehen.
Katholisch stammt vom griechischen „katholon“ und bedeutet „allumfassend“, denn das ist der Anspruch und das Ziel von Kirche: Allen Menschen die Option des Reiches Gottes anbieten.

Gemeinschaft der Heiligen
Die Gemeinschaft der Heiligen ist kein exklusiver Club, für den man eine bestimmt Leistung erbringen müsste. Zu der Gemeinschaft der Heiligen gehören alle Menschen, die auf den Namen Jesu Christie getauft sind – also alle Christen.

Vergebung der Sünden
Jesus hat nicht nur selbst Sünden vergeben, er hat diese Vollmacht auch seinen Jüngern gegeben. Diese Vollmacht wurde weitergegeben (Apostolische Sukzession). Heute können wir in der Beichte, dem Sakrament der Versöhnung“ unsere Fehler bekennen und uns vom Priester Vergebung im Namen Jesu zusprechen lassen.
Auferstehung der Toten und das ewige Leben
Wir glauben, dass auch wir, wie Jesus, nicht im Tod bleiben, sondern auferstehen werden: „Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 11,25b). Wie die Auferstehung sein wird, wissen wir nicht. Wir glauben jedoch, dass unser Leben nicht mit dem Tod endet, sondern durch den Tod zum ewigen Leben bei Gott wird.